Tierisch Stark - Gemeinsam für Mensch und Hund
Tierisch Stark  -  Gemeinsam für Mensch und Hund

Das Projekt "Tierisch stark werden" in der Krabbelstube Mäusenest e.V.

 

Das Projekt „Tierisch stark werden“  - tiergestützte Pädagogik im Mäusenest richtete sich im Jahr 2010 sowohl an das Team als auch an die betreuten Kinder der Einrichtung Krabbelstube Mäusenest e.V.

 

Die Idee, ein Projekt im Rahmen der tiergestützten Arbeit durchzuführen, entstand während der Begegnungen der Kinder und der MitarbeiterInnen mit meinem und fremden Hund/en, aber auch im alltäglichen Umgang mit anderen Tieren wie Spinnen, Fröschen, Kröten, Fischen, Mäusen oder Meerschweinchen. Es zeigte sich in verschiedenen Beobachtungssituationen, dass sowohl großes Interesse, gepaart mit Unwissenheit und Unsicherheit, als auch Angst, Zurückhaltung oder Ablehnung bei den Kindern und KollegInnen vertreten waren.

 

Insbesondere eine Situation beim Spazierengehen im Wald löste die Entscheidung aus, sich intensiver mit Tieren, in diesem Fall einem Hund, auseinander zu setzen:

Bei einem Waldspaziergang mit den Kindern der Einrichtung begegnete uns eine Frau mit einem angeleinten Hund. Sie ließ diesen absitzen, als sie sah, dass mit uns mehrere kleine Kinder auf dem Weg unterwegs waren.

Diese zeigten zum Teil großes Interesse an dem Tier. Bei dem Versuch, die Gruppe zu sammeln, stellten wir fest, dass eine nachfolgende Kollegin mit zwei Kindern an der Hand vor lauter Furcht den Weg ins Dickicht hin verlassen hatte und sich nicht weiter zu gehen traute.

Die ihr anvertrauten Kinder konnten dieses Verhalten nicht nachvollziehen, sie zeigten ihrerseits auch Anzeichen von Angst. Dabei war nicht mehr zu rekonstruieren, ob sie mehr Angst vor dem Hund oder vor der überraschenden Reaktion der Erzieherin hatten. Im anschließenden Gespräch stellten wir fest, dass die Kollegin eine ausgeprägte Hundephobie hat. Eine weitere Mitarbeiterin hat Angst vor Spinnen.

 

Die Mitarbeiterin  kannte die panikartigen Auswirkungen ihrer Angst und war gern bereit, an deren Bewältigung zu arbeiten, da ihr bewusst  war, dass sie ihr Verhalten auf die zu betreuenden und ihre eigenen Kinder übertrug und dies vielfach zu nicht nachvollziehbaren panischen Reaktionen führte. Hier sollte durch die Durchführung des Projektes zum einen im Team Verständnis für die schwierige Situation der betroffenen Mitarbeiterin erarbeitet werden (Empathie), dieser zum anderen aber auch Möglichkeiten eines angemessenen Umgangs mit den immer wiederkehrenden und nicht vermeidbaren Alltagssituationen vermittelt werden, indem sie lernte, tierische Verhaltensweisen einzuordnen und angemessen zu reagieren (Resilienz, Fähigkeit zur Selbstregulation).

 

Bei allen Mitarbeitern bestand schon während meiner Ausbildungszeit zum pädagogischen Begleithundteam ein großes Interesse, theoretische Hintergründe zur tiergestützten Arbeit zu erwerben, da ich in den Teamsitzungen davon berichtete. Auch der im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung gedrehte Film „Christian Kohn“ wurde vom Team mit Interesse zur Kenntnis genommen.

 

Bei den Kindern handelte es sich um Kleinkinder im Alter zwischen 12 Monaten und zweieinhalb Jahren, bei denen wir  wenig Angaben hatten, inwieweit Kontakt zu Tieren bestand oder Haustiere gehalten wurden.

Die Kinder interessierten sich in diesem Alterssegment in erheblichem Umfang gerade für Bücher, Lieder und Bewegungsspiele, in denen Tiere vorkommen.

Dabei werden den Kindern nicht nur theoretische Inhalte (Bücher) angeboten, sondern ganz bewusst vor dem Hintergrund des „Lernens mit allen Sinnen“ (Maria Montessori) in jeder denkbaren Situation taktile Erfahrungen (unterschiedliche Materialien), Bewegungen (Kreisspiele etc.) und visuelle Eindrücke (ergänzende Schleich©-Tiere) vermittelt.

 Auch den Eltern war bewusst, wie faszinierend lebendige Tiere für ihre Kinder sind. Die Laute der Tiere wurden nachgeahmt, viele von ihnen gehen/gingen mit den Kindern Enten oder Wildschweine füttern oder im Reitstall die Pferde und Katzen beobachten. Reaktionen und Verhalten eines Tieres werden von Kindern häufig imitiert, in Rollenspielen reflektiert und auf das eigene Verhalten und Befinden übertragen.

 

Die Idee, tiergestützt pädagogische Ziele anzugehen, war in Deutschland nicht mehr ganz neuartig. Auch in Trier arbeitet die Egbert-Schule bereits seit mehreren Jahren mit einem „Schulhund“ und verzeichnet erhebliche Erfolge. Es gibt empirische Studien über die Wirksamkeit und Auswirkung tiergestützter Arbeit, ein entsprechendes Aus- und Fortbildungsangebot und zunehmend mehr unterschiedliche Einsatzgebiete.

 

In der Einrichtung Krabbelstube Mäusenest e.V. gab es bislang jedoch noch keinen derartigen Ansatz, da ohne entsprechende theoretische und praktische Grundlage eine verantwortungsvolle, den Kindern entsprechende Arbeit nicht möglich war. Durch meinen Einsatz als pBHT waren nun hier nun die Voraussetzungen für die Einführung eines ziergestützten pädagogischen Ansatzes gegeben.

 

Nach erfolgreicher Beendigung des Projektes im März 2010 wurde auf Wunsch der Elternschaft, der Kinder und des Kollegiums eine Fortführung der tiergestützten Arbeit und eine Aufnahme dieses Bereiches in das Konzept der Einrichtung beschlossen und zügig umgesetzt.

Wissenswertes:

V O R S I C H T - G I F T !

Hunde kauen auf sehr vielen Dingen, die nicht gesund für sie sind, oder sie bekommen aus Unwissenheit Nahrung, die für uns Menschen ungefährlich, für Hunde jedoch teilweise sogar tödlich sein kann!

Unter "Unverträgliches und Giftiges" finden Sie eine Auflistung gefährlicher Inhaltstoffe und Pflanzen.

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